[b]Der Einzug von Bio-Ernährung in die Supermarktregale[/b]
Große Lebensmittelskandale, Krankheiten verschiedenster Art und ein steigendes Bewusstsein für die Produktionsbedingungen massenhaft hergestellter Lebensmittel haben in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass Bio-Ernährung kein Nischenphänomen mehr ist, sondern ein stark wachsender Markt. Laut einer Studie sind die Ausgaben für biologisch erzeugte Lebensmittel in deutschen Haushalten zwischen 2002 und 2006 um 23 Prozent gestiegen. Der Umsatz mit Bioprodukten betrug in Deutschland 2010 bereits sechs Milliarden Euro; das ist dreimal mehr als noch im Jahr 2000.
[b]Wo “Bio” draufsteht, ist auch “Bio” drin?[/b]
Aber nicht alles, auf dem Bio steht, ist wirklich Bio. Zumindest gibt es starke Schwankungen in der Qualität. Zwar ist der Begriff gesetzlich durch die EU geregelt: Bio-Produkte dürfen zum Beispiel nicht gentechnisch verändert werden und müssen ohne konventionelle Pestizide, Abwasserschlamm oder Kunstdünger hergestellt werden. Tiere müssen im Rahmen der EU-Ökoverordnung artgerecht gehalten werden, und dürfen weder mit Antibiotika noch mit Wachstumshormonen behandelt werden. Auch Deutschland hat ein Siegel eingeführt, das staatlich geprüfte Bio-Qualität kennzeichnen soll. Doch sind die Anforderungen der EU und Deutschlands weitaus niedriger und die Kontrollen weniger streng, als die einiger ökologischer Anbauverbände.
[b]Zu den Anfängen der ökologischen Bewegung[/b]
Die Geschichte der ökologischen Bewegung geht weit zurück. Teilweise hat sie ihre Ursprünge in der Lebensreform-Bewegung. Diese Gruppen versuchten Ernährung, Körperbewusstsein und Naturbewusstsein miteinander zu verbinden und dem modernen Industriestaat entgegenzusetzen. Vollwertkost und Vegetarismus waren die Basis dieser Lebensweise. Naturkost bedeutete zu dieser Zeit vor allem frisches Gemüse. Die Lebensmittel sollten frei von Chemikalien und kaum künstlich bearbeitet sein. In den frühen Naturkost-Läden bestand anfangs nur ein kleiner Teil der Produkte tatsächlich aus biologischer Erzeugung. Vor allem waren sie vollwertig. Auch heute noch unterscheiden sich Naturkost-Läden und Bio-Läden in der Hinsicht, dass Erstere nicht unbedingt Bio-Lebensmittel anbieten müssen. Seit den ersten Jahren der Bewegung entwickelten sich einige landwirtschaftliche Verbände, die eine biologisch-dynamische Erzeugung verbreiten wollten. Meistens hatten sie anthroposophische Grundlagen.
[b]Hippie-Dasein und Bio-Ernährung[/b]
In den späten 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts erfuhr die Naturkost-Bewegung einen regelrechten Aufschwung durch die Hippie-Bewegung. Die ersten Naturkost-Läden entstanden in Deutschland in den 70er-Jahren zuerst in Großstädten. Rund einhundert existierten zum Ende des Jahrzehnts in Westdeutschland. Im Zuge der Friedens-und Umweltbewegung nahm die Bewegung weiter zu. Handelte es sich vormals vor allem um Lebensmittel, die kaum verarbeitet, also “naturbelassen” waren, erhielt nun auch der biologische Anbau immer mehr Bedeutung. Dies bedeutete den Verzicht auf Pflanzenschutzmittel, Mineraldünger, Gentechnik und Wachstumsförderer; aber auch eine an ursprünglichere Arten angelehnte Anbauweise, in der die Pflanzen zum Beispiel weniger eng nebeneinander gepflanzt werden, um den Pilzbefall zu verringern. Heute kann man alle Produkte von der Schokolade über das Reinigungsmittel bis zur Fertigpizza in Bio-Qualität kaufen, ohne auf etwas verzichten zu müssen. Auch normale Supermärkte bieten mittlerweile biologische Lebensmittel in ihrem Sortiment an.
© Bauer Alex – Fotolia.com
Viele Menschen besinnen sich wieder zurück auf die Vergangenheit. Dies ist zum einen an Kleidungsstilen zu erkennen, die ...
[b]Der Einzug von Bio-Ernährung in die Supermarktregale[/b]
Große Lebensmittelskandale, Krankheiten verschiedenster Art und ein steigendes Bewusstsein für die Produktionsbedingungen ...
Die Technik für die private Küche entwickelt sich immer weiter. Das ist auch gut so, denn so bekommen ...